Nag Hammadi ist eine Stadt in Nord Ägypten, wo Archäologen eine gnostische Bibltiothek
entdeckt haben. Die Bücher sind die ältesten Exemplare von Kodizees dar, die wir kennen. Wie schon
bei der ersten Nag Hammadi Interpretation geht es hier um ein Spiel mit Sprache und
Schrift. Aber insbesondere geht es mir hier auch darum, alt und neu nebeneinader zustellen.
Jeweils im Material und Inhalte wollte ich Moderne neben Tradition stellen.
Die Moderne ist hier vor allem durch Computer dargestellt: Im Material durch die Platinen als
Buchdeckel, im Inhalt durch die Linolschnitte auf den Zwischenseiten, die einem PC-Motherboard-Layout
nachempfunden sind.
Das Alte und Traditionelle ist im Material durch Leder, im Inhalt durch die Schriftform und den Text
repreäsentiert. Dafür habe ich diese Form der Keilschrift selbst entwickelt und per Hand mit der Hilfe
von wenigen Holzkeilen mit Ölfarbe gedruckt. Es geht mir dabei nicht darum, koptische Schrift
zu immitieren (die sieht ganz anders aus!), sondern zum Einen repräsentiert die Keilschrift eine alte
Zeit, zum anderen öffnet ein unvertrautes Schriftsystem die Augen für die Schönheit von Schrift
an sich. Der Text ist ein Ausschnitt aus dem Thomas Evangelium (einer der Texte, die bei Nag Hammadi
gefunden wurden) in Englischer Übersetzung.
Die Bindetechnik ist (fast) die gleiche wie bei den ersten koptisch gebundenen Büchern, die man
bei Nag Hammadi gefunden hat. Das Leder bedeckt die Deckel (die hier aus Computer Hardware
bestehen) aber nicht ganz wie bei den koptischen Büchern, sondern lässt sie so weit wie möglich
offen sichtbar. Der Text ist mit Holzstückchen und Ölfarbe gedruckt, die Zwischenseiten mit
Linoldrucken verziert.
Es existiert eine Kopie dieses Buchs, auf die gleiche Weise gebunden, aber nicht im Originaldruck, sonder
mit Lasergedruckten Scans.