1995 Abitur am Mariengymnasium in Warendorf
2001 Abschluss des Studiums an der Georg August Universität zu Göttingen mit einem
ersten Staatsexamen in den Fächern Mathematik und ev. Religion. Meine Examensarbeit
hat den Titel 'Evoluten von ebenen algebraischen Kurven und verwandte Begriffe' und wurde von
Fabrizio Catanese betreut.
2002 habe ich mein Referendariat am Wilhelmsgymnasium in Kassel angetreten
2003 habe ich mit einem Stipendium am Graduiertenkolleg "Geometrie, Analysis und ihre Verbindung
zu den Naturwissenschaften" mein Promotionsstudium Mathematik an der Universität Leipzig begonnen.
Meine Betreuer waren
Annette Huber-Klawitter
und Matthias Schwarz.
2007 wurde mir der Titel Dr. rer. nat. der Universität Leipzig verliehen, meine
Doktorarbeit trägt den Titel 'On Functoriality of Homological Mirror Symmetry of Elliptic Curves'.
Wie Sie schon bemerkt haben, kommt in der Auflistung oben die Buchbinderei zu kurz.
Was Kunst und Buchbinden anbelangt, bin ich Autodidakt. Mein erstes Buch habe ich
sogar komplett ohne Anleitung gebunden. Aber so ganz das Rad neu erfinden war dann
doch nicht sinnvoll. Es fließen so viel Wissen über Materialien und ihre Verarbeitung
in ein Buch, dass man da schon die Erfahrung frührer Generationen gut gebrauchen kann.
- Ich war schon immer eine fleißige Leserin und habe mir das alles überwiegernd aus der
Literatur angelernt.
Auch über Kunst und den Ausdruck in verschiedenen Kunstformen habe ich mehr durch einfache Experimente, als von Lehrern gelernt. Wer viel Geduld hat, kann im Folgenden über meine Versuche in verschiedenen Ausdrucksformen lesen. Für alle, die lieber was anschauen möchten, geht's hier zur Galerie.
Gedichte habe ich fast von dem Moment an geschrieben, in dem ich Schreiben konnte.
Wie viele Kinder mochte ich diese Spielerei mit Reimen. Aus meinem zweiten Schuljahr stammt
ein Heft, das ich mit "Gedichte" betitelt habe, und das in der Tat fast ganz vollgeschrieben ist.
Das ist allerdings eher eine amüsante als beeindruckende Lektüre und sicherlich nicht etwas, was
ich öffentlich vorzeigen würde.
Im Laufe meiner Schulzeit habe ich mehrere Romane geschrieben (ich glaube, es waren 3, die ich
zu Ende gebracht habe) und für diese Werke gilt im Wesentlichen das Gleiche: Sie sind Zeichen
meiner Suche nach einer Ausdrucksmöglichkeit, meiner Liebe zu Wort, Sprache und Büchern, aber
es sind keine Meisterwerke.
Meine Musikausbildung ist erstmal recht standardmäßig verlaufen: Nach einem Blockflötenunterricht in der
Schule, habe ich etwa 6 Jahre lang Klavierstunden genommen. Als ich 16 war, habe ich mich dann
allerdings gegen eine Fortstzung entschieden. Aber nur kurze Zeit später merkte ich, dass ich
doch weiter Musik machen wollte. Ich entschied mich, die Klarinette spielen zu lernen, meldete mich
für den Unterricht an, und nur ein halbes Jahr später wieder ab.
Ich begann mit einer Gitarre zu spielen, die wir im Haus hatten. Ich wollte explizit zunächst keinen
Unterricht, steckte dann aber irgendwie fest und brauchte Hilfe. Ich erreichte ein Arrangement
mit dem Leiter der Musikschule, für das ich ihm nach wie vor sehr dankbar bin: Ich bekam
Privatstunden von ihm, aber nicht in einem festegelegten wöchentlichen Stundenplan, sondern immer nur
einzeln, wenn ich mal wieder feststeckte.
Das ist seitdem meine liebste Art, Dinge zu lernen: Selbst die Dinge ausprobieren, bis ich
ratlos nicht mehr weiß, wie ich mich noch verbessern kann.
Ich habe noch ein paar mehr Instrumente ausprobiert, aber bin dann doch immer bei der Gitarre hängen
geblieben.
Ich habe mich auch ein wenig als Komponistin versucht, habe aber nie das Stadium erreicht, in dem
ich den Eindruck hatte, mich in diesem Medium besser ausdrücken zu können, als etwa
mit Worten. Und wahrscheinlich waren meine Texte noch besser als die Vertonung.
Mein Kunstunterricht an der Schule bestand hauptsächlich in der (versuchten) Hinführung zur
Malerei, und hat mein Verhältnis zu ihr geprägt. Das erscheint mir heute fast merkwürdig, da mein
Großvater, Malermeister von Beruf, in seiner Freizeit als Künstler tätig war. Ich kann mich
daran erinnern, dass ich mit ihm in seiner Werkstatt war, während er gemalt hat. Aber er hat nie
wirklich versucht, mich daran heranzuführen. Ich habe mich immer anders beschäftigt, während er
gemalt hat.
Vor allem habe ich mit dem vielen Holz gebastelt, das für Rahmen auch immer in seiner Werkstatt
herumlag.
Meinen Schul-Kunstunterricht halte ich im Nachhinein für ziemlich schlecht. Er hat in mir das Gefühl erzeugt,
dass die Malerei Teil einer fremden Welt ist, in die ich einfach nicht hineingehöre. Dieses Gefühl
von Unbehagen, das mich überkommt, wenn ich mir ein Bild anschaue, dass als "Meisterwerk" gilt,
hat mich bis heute nicht ganz verlassen.
Bücher waren sind mir schon sehr lange wichtige Begleiter in meinem Leben. Aber obwohl ich sehr
viel gelesen habe, habe ich mir nie viele Gedanken dazu gemacht, wie sie hergestellt werden.
Das änderte sich, als ich bei der Sendung mit der Maus gesehen habe, wie Bücher in einer industriellen
Buchdruckerei und -binderei hergestellt werden. Direkt im Anschluss versuchte ich mich an einem ersten
Buch, und das führte letztendlich dazu, dass ich zunächst das Buchbindehandwerk und dann die Kunst
näher studiert habe.
Zuerst lernte ich verschiedene Methoden, Bücher zwischen feste Deckel zu binden. - Das war das,
was ich mir unter einem 'richtigen' Buch vorstellte. Nachdem ich im Jahr 2007 meine Dissertation
fertig gestellt hatte, und mehr Zeit dafür hatte, entdeckte ich eine freundliche und mit ihrem
Wissen freigiebige Gemeinschaft von Buchbindern im Internet. Das bedeutete eine gewaltige
Horizonterweiterung! Ich habe so viele verschiedene Bücher zu Gesicht bekommen, dass ich gar nicht
anders konnte, als selbst zu experimentieren. Und endlich
hatte ich eine Art künstlerischen Ausdrucks gefunden, mit der ich mich wohl fühle.
Buchkunst zu machen, hat für mich endlich gar nichts gekünsteltes. Und fasziniert stellte ich fest,
dass die Ideen immer mehr werden, während ich an einer arbeite.
Und diese Faszination hat
mit seit dem nicht losgelassen.